Der Spielmannszug Bartolfelde und seine Geschichte ...

Im Winter 1956/57 waren es Friedhelm Carl und Alfred Bode, die auf die Idee kamen einen Spielmannszug zu gründen. Sie fanden beim Schützenverein Bartolfelde hierfür die entsprechende Unterstützung. Die ersten Instrumente wurden aus Bad Lauterberg besorgt, und für die Ausbildung konnte man zwei Scharzfelder Bewohner, Henri Gronau und Carl Pieper, verpflichten. Außerdem konnten hierzu 17 Mitglieder gewonnen werden. Die Gründungsmitglieder spielten bereits im ersten Jahr bekleidet mit weißem Hemd und schwarzer Hose den Marsch „Preußens Gloria“. Im gleichen Jahr begann man sich im Auftreten den Schützen anzupassen und färbte die Hemden grün ein.             

                          

Erster Sprecher des Spielmannszuges wurde Ludwig Rathmann. Für die weiteren Auftritte stellte die Freiwillige Feuerwehr Bartolfelde Ihre Uniformen zur Verfügung. Bereits 1958 entschloss man sich eigene Uniformjacken anzuschaffen. Somit entstanden die „grünen Jungen“, denn die Uniform war den Schützen entsprechend aus grünem Uniformstoff, abgesetzt mit Schwalbennestern. Für die Ausbildung konnte bereits 1958 in eigenen Reihen auf Robert Blanke zurückgegriffen werden. 1960/61 wurde der erste Nachwuchs aufgenommen. 

 

Alfred Bode & Harry Müller übernahmen ab 1968 die Aufgabe, eine Gruppe Jugendlicher neu auszubilden. Beim Schützenfest trat diese Formation zum ersten Mal auf, eingekleidet mit einem weißen Hemd und kurzer Lederhose, die Kopfbedeckung war ein grünes Schiffchen.

 

Manfred  Körber übernahm 1969 das Amt als 1. Vorsitzenden von Albert Hüser.

 

Im Jahr 1972 bildete Herbert Weidemeier aus den Schülern der 3. Klasse den Jugendspielmannszug. Die Uniformierung des Jugendzuges bestand aus grünen Westen die weiblichen Spielleute traten zuerst in weißen, dann in karierten Röcken auf.

 

Im Jahr 1974 während eines Notenlehrganges in Bilshausen fand Herr Waldemar Leers (Musiklehrer & Verleger aus Braunschweig) Gefallen an diesem Jugendzug und er bot sich an, den Zug im Spiel nach Noten auszubilden. Hierdurch entstand ein entscheidender Schritt, denn durch das Spiel nach Noten wurde bereits vor 23 Jahren die Vielfältigkeit der musikalischen Darbietung weiter gesteigert. Der Spielmannszug erreichte hierdurch seine stärkste Mitgliederzahl.

 

1982 übernahm Axel von Kéler die musikalische Leitung von Herbert Weidemeier.

 

Im Jahr 1984 entschloss man sich den Schützen entsprechend auf eine graue Uniformjacke mit Schulterstücken umzustellen. Die weiblichen Spielleute stiegen auf schwarze Röcke um.

 

Im Jahr 1995 wurde ein weiterer entscheidender Schritt gemacht. Um in der Öffentlichkeit optisch eindrucksvoller zu erscheinen, schlug der Verein eine ganz neue Richtung ein. Der Spielmannszug nahm Abschied von den grauen Uniformjacken und konnte dank finanzieller Unterstützung von Sponsoren, der Bevölkerung und verstärktem Einsatz der aktiven Spielleute auf die noch heute getragenen Uniformen umstellen. Somit erstrahlte der gesamte Spielmannszug einheitlich gekleidet zum Schützenfest 1995 in roten Uniformjacken, verziert mit goldenen Schwalbennestern und Schulterstücken.  Die letzte Uniforminvestition, die Dank der Fa. Schierker Feuerstein KG und einer einmaligen Spende aller aktiven Spielleute vollzogen wurde, war die Anschaffung von „Roten Westen“ in diesem Jahr. Dank des sehr schönen Sommers kam sie in diesem Jahr auch gleich ausreichend zur Geltung.

 

Der Spielmannszug entwickelte sich in den zurückliegenden Jahren in einen für alle Musikrichtungen aufgeschlossenen Verein. Fing man im Jahr 1959 an  mit dem Marsch "Preußens Gloria" die Zuhörer zu erfreuen, umfasst das heutige Repoirtoir fast alle Musikrichtungen, angefangen vom Marsch, Walzer, Polka über die Samba bis zum Rock’n Roll. Auch werden aktuelle Titel aus den Charts ins Musikrepertoire einbezogen. Die Marschmusik ist dennoch fester Bestandteil des Zuges. Während andere Musikzüge in einem  Festumzug lateinamerikanische Rhythmen spielen, bleibt die Tradition der Marschmusik bei uns immer erhalten. Dank der Umstellung auf das Spiel nach Noten sind wir jederzeit in der Lage, uns der aktuellen Musikrichtung anzupassen. Wer hätte im Jahr 1957 daran gedacht, dass ein Spielmannszug jemals moderne Schlager spielen würde!

 

Durch die Erweiterung auf die Alt- und Tenor-Stimmen wurde es möglich mit konzertanter Musik das Publikum zu erfreuen. Hier zeigte sich sehr schnell, wie man mit einem sonst schrillen Musikzug die Zuhörer mit feinsten Tönen erfreuen kann. 

 

Der Spielmannszug kann in den zurückliegenden Jahren immer auf zahlreichen Nachwuchs aus der Bartolfelder Bevölkerung zurückblicken. Es gibt wohl nur wenige Bartolfelder, die nicht schon einmal im Spielmannszug ihr Glück probiert haben.

 

Der Verein hat in den eigenen Reihen stets sehr gutes Ausbildermaterial herangezogen. Der Spielmannszug kann voller Stolz sagen, er brauchte von seinen Aktiven nie einen Beitrag zu erheben. Die Instrumente und die Uniformen werden vom Verein kostenlos zur Verfügung gestellt. Außerdem wird für den Unterricht keine Gebühr erhoben. Die Spielleute bringen lediglich Freude an der Musik und der Gemeinschaft mit und daraus hat sich im Laufe der Jahre ein toller Zusammenhalt entwickelt. Außerdem war und ist es dank der Unterstützung der Bevölkerung, zahlreicher Sponsoren, dem Schützenverein und den aktiven Spielleuten immer möglich, den Verein aufrecht zu erhalten.

 

Recht herzlichen Dank an alle, die diesen Musikzug in der Vergangenheit unterstützt haben und in der Zukunft unterstützen werden!